Kurzgeschichte - Zeitreisen | Beitrag zum Gewinnspiel von Books & Coffee

Hey meine Lieben!
die Liebe Sandra vom YouTubeKanal Books & Coffee hat in ihrem neuen Video (Arvelle Unpacking) eine Verlosung gestartet. Um das zu verlosende Buch [Zeitenzauber Band 1] gewinnen zu können, soll man eine Kurzgeschichte, etc über das Thema Zeitreisen schreiben. Ich dachte ich versuche mal mein Glück und nehme an der Verlosung teil. Also viel Spaß bei der Kurzgeschichte zum Thema Zeitreisen!


Das feuerrote Mädchen 

Vorsichtig lehne ich mich ein Stück vor, um an der Hausecke vorbei in die dunkle Gasse zu sehen. Um mich herum herrscht reges Treiben und keiner außer mir hat bemerkt, wie das Mädchen mit den feuerroten Haaren durch die Straßen geirrt ist. Sie trug einen knielangen schwarzen Mantel, darunter konnte ich nur ihre nackten Beine erkennen. Unerhört, wie sie herumläuft. Und das mitten am Tag, hätte meine Mutter gerufen. Doch meine Mutter, die einige Meter von mir entfernt an unserem kleinen Marktstand steht und Äpfel verkauft hat das Mädchen nicht bemerkt. Es scheint als wäre sie für die anderen um mich herum unsichtbar. Als ich merke, dass das Mädchen am Ende der Gasse stehen bleibt und sich in den Staub hockt, schleiche ich mich an sie heran. Hinter mir wird der Lärm des Marktes immer leiser, bis er kaum mehr zu hören ist. Das Mädchen wirkt fremd hier, als gehöre sie nicht hier her. Und ich bin mit sicher, das tut sie auch nicht. Vielleicht kommt sie aus einer Großstadt, irgendwo weit entfernt, wo es in Ordnung ist so rumzulaufen wie sie. Je näher ich ihr komme, desto klarer sehe ich sie. Ihre roten Haare ergießen sich über ihre schmalen Schultern, beinahe so wie meine blonden Haare es bei mir tun. Sie zeichnet komische Zeichen in den Staub vor sich. Die Kante ihres schwarzen Mantels hängt dabei so nah am Boden, dass sie ganze voll Staub ist. Wäre ich mit einem so dreckigen Mantel nach Hause gekommen, hätte meine Mutter mich zur Strafe in den Pferdestall gesperrt - da bin ich mir sicher. Als das Mädchen aufsteht und ein paar unverständliche Worte vor sich hin murmelt, mache ich mich bemerkbar. "Dein Mantel ist dreckig", merke ich leise an. In der Stille, hallt meine Stimme laut wider. Erschrocken dreht sich das Mädchen zu mir um - ihre hellblauen Augen sind weit aufgerissen. Ich sehe mit meinen ebenfalls großen Augen in ihre. "Du kannst mich sehen?", fragt sie leise mit melodischer Stimme. Ich nicke stumm und kann nicht aufhören ihr Gesicht zu studieren, sie wirkt so fremd und etwas an ihr kommt mir seltsam vor. Wieso sollte ich sie nicht sehen können? "Gut, das ist mir neu." Ihr forschender Blick wandert an meinem Körper auf und ab, als suche sie einen Grund dafür, dass ich sie sehen kann. Unter ihrem Blick brennt mein Feuermal auf meinem linken Schlüsselbein. "Auf Wiedersehen, Lizzy", flüstert sie, dann verschwindet sie wie ein Windhauch. Vor Schreck schreie ich laut auf, drehe mich um meine eigene Achse und suche mit meinen Augen meine Umgebung ab, doch sie bleibt verschwunden, sie hat sich einfach in Luft aufgelöst! Durch meine Schreie sind die Menschen auf dem Markt auf mich aufmerksam geworden. Ein junger Mann aus unserem Ort kommt auf mich zu - er heißt Marcus, glaube ich. "Was ist passiert? Geht es dir gut?", fragt er aufgeregt. Ich erzähle wie das Mädchen in die Gasse geschlichen ist, dass es meinen Namen kannte und sich dann aufgelöst hat. "Das ist Teufelswerk!", ruft er den anderen zu. "Sie hat eine Hexe gesehen! Bringt sie zum Arzt und sucht nach der Hexe. Bringt sie um. Sie hat feuerrotes Haar und einen schwarzen Mantel!" Eine Hexe? Hier? Ich zittere am ganzen Körper, als mir klar wird, dass er die Menschen zum Mord aufgefordert hat. Ohne noch ein weiteres Wort zu sagen, lasse ich mich von Marcus zum Arzt bringen. Dort bleibe ich liegen, bis ich einschlafe. Die ganze Nacht sehe ich das Mädchen in meinen Träumen. Eine Stimme flüstert mir etwas zu - einen Namen. Kassy. Schweißnass wache ich mehrere Male auf, jedes Mal bin ich allein.

"Kassy! Was hast du getan?", schreit der junge Maxwell, als seine Freundin wieder auftaucht. "Wieso? Was meinst du?", antwortet Kassy verwirrt. Wie immer nach einer Reise in die Vergangenheit, hat sie für ein paar Stunden ein Blackout. "Schau dir das an! Du hast eine zweite Welle der Hexenverfolgung ausgelöst! Was hast du nur gemacht?" Erschrocken weicht Kassy von Maxwells Laptop zurück, der Bilder, Zeichnungen und Berichte zu einer weiteren Welle der Hexenverfolgung zeigt, die Kassy vorher noch nie gesehen hat. "Ich weiß es nicht. Mich kann doch niemand sehen, ich habe nichts getan, ich habe nur in die alten Werke in der Bibliothek geschaut und bin dann in der Gasse-" Eine Erinnerung blitzt in Kassys Kopf auf. Das blonde Mädchen. Sie konnte sie sehen. "Ja? Gasse?", drängt Maxwell ungeduldig. "Das blonde Mädchen, konnte mich sehen. Sie hat mich gesehen, sogar mit mir gesprochen." Niedergeschlagen setzt sie sich neben Maxwell auf einen Stuhl im alten Stadtarchiv. "Oh mein Gott", haucht dieser und stupst Kassy mit dem Ellenbogen an. Auf dem Bildschirm ist eine Zeichnung - ein Portrait - es zeigt Kassys Gesicht, umrahmt von ihren feuerroten Locken. Was hatte sie nur getan? 


Ich hoffe dir/ euch hat meine Kurzgeschichte gefallen! Ich hatte auf jeden Fal viel Spaß dabei sie zu schreiben ! :) Vielleicht wird es ja wirklich was mit der Verlosung. Würde mich freuen! 
LG Lou 

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